Leberzirrhose

Leberzentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Stephan Kersting, MBA

Leberzirrhose

Der Begriff Leberzirrhose steht für einen Umbau der Leberarchitektur mit der Zerstörung von Leberzellen und einer Vermehrung von funktionslosem Bindegewebe. Zu vergleichen ist dieser Zustand mit einer Vernarbung.

Die zugrundeliegenden Ursachen sind vielfältig. Häufigste Ursache der Zirrhose ist der chronische Alkoholabusus, gefolgt von der chronischen Hepatitis B und C. Weiterhin können Stoffwechselerkrankungen zum Bild der Leberzirrhose führen wie z.B. die Hämochromatose (Eisenstoffwechselstörung) und der Morbus Wilson (Kupferstoffwechselstörung). Autoimmune Ursachen der Leberzirrhose sind die autoimmune Hepatitis (AIH), wobei Antikörper gegen Leberzellen gebildet werden. Ebenso können Störungen im Abfluss der Galle zur Zirrhose führen wie bei der primären biliären Zirrhose (PBC) oder der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC). Die ZahI nichtalkoholischer Fettleberkrankungen nimmt in den Industrienationen deutlich zu. Weiterhin können Medikamente oder giftige Stoffe Ursache einer Leberzirrhose sein. In einigen Fällen lässt sich keine Ursache finden. Diese Form nennt man "kryptogene" (verborgene) Leberzirrhose.

Die Mehrzahl der Patienten klagt im Anfangsstadium über uncharakteristische Symtome wie Leistungsminderung und abdominelle Beschwerden. Im späteren Krankheitsverlauf kann es zur Entwicklung einer Gelbsucht, einer Bauchwassersucht (Aszites) oder zu Blutungen aus Krampfadern (Varizen) der Speiseröhre kommen. Im Vordergrund der Diagnostik steht die Klärung der Ursache, die Beurteilung der Leberfunktion sowie die Erfassung von Komplikationen. Mit nichtinvasiven Methoden wie der Ultraschalluntersuchung ist die Leberzirrhose mit hoher Wahrscheinlichkeit zu diagnostizieren. Eine Lebergewebeentnahme zur Sicherung der Diagnose ist nur in unklaren Fällen notwendig.
Bei bestehender Leberzirrhose sollte strikte Alkoholkarenz eingehalten werden sowie eine Therapie der Grunderkrankung erfolgen. Weiterhin ist ein enger Kontakt zum behandelnden Arzt zur Anpassung der Therapie und zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen notwendig. Spätestens bei Auftreten von Komplikationen ist die Vorstellung in einem Lebertransplantationszentrum zu empfehlen. Dort kann überprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Lebertransplantation vorliegen.